Im Cabinett des Dr. Caligari

 

Auftragswerk des Schulorchesters der Rosa-Luxemburg-Oberschule. Der Stummfilmklassiker wurde von ca. 90 min Spielzeit auf 20 min gekürzt und Live zum Bild aufgeführt. Es handelt sich um eine speziell auf die Besetzung und Fähigkeiten der Schüler zugeschnittene Filmmusik im klassischen Stil. Die Filmmusik enthält sowohl atmosphärische Klangflächen, als auch Underscoring unter Einsatz der Leitmotiv-Technik um die fehlende Sprache zu kompensieren.

Außerdem wurde die Komposition 2004 zum Tag der offenen Tür von einem Ensemble, bestehend aus Musikern des Konzerthausorchesters Berlin, im Kleinen Saal des Konzerthauses aufgeführt.

Produktionsjahr: Winter 2003-2004

Live-Mitschnitt: Anton Schubert/RLO

Aufnahmeort: Jüdisches Waisenhaus Berlin-Pankow

Dirigent: Thomas Bergen

Spielzeit: 22min.

Besetzung:

3 Querflöten, 2 Klarinetten, 1 Oboe, 2 Saxophone, 1 Fagott, 1 Trompete, 1.&2. Violine, Viola, Solo-Cello, Cello, Kontrabass, Klavier, Schlagwerk

 

Szenenauswahl

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Das Caligari Motiv

Das einleitende Motiv, der scharfe Achtelrhythmus und die folgende Dissonanz, schafft die düstere und difuse Atmosphäre für den Film. Dieses Motiv wird fortan leitmotivisch an verschiedensten Stellen des Films zur Identifikation des Dr. Caligari eingesetzt, z. B. im Cabinett selbst (siehe 3. Filmbeispiel). (Partiturauszug)

Franz Thema

Das lyrische Thema des Jünglings Franz wirkt anfangs unbefangen, erreicht aber im melodischen Verlauf durch dissonante Klangfärbungen eine verstärkte Spannung. Diese lässt vorausahnen, dass Franz im Verlauf des Films zunehmend an Unbefangenheit verliert. (Partiturauszug)

Im Cabinett

Dieser Szenenausschnitt spielt direkt im Cabinett des Dr. Caligari und ist die erste Begegnung zwischen dem Protagonisten Franz und Caligari mit seinem Schlafwandler Cesare. In dieser Szene erklingt das Caligari Motiv in dunkler, bedrohlicher Atmosphäre. Die Instrumentation ist umfassender, wobei Streicher & Klavier den Klangteppich und Motivrhythmus, die Bläser die charakteristische Dissonanz erklingen lassen. "Cesares Erwachen" hingegen erklingt mit zarten Tönen, welche jedoch durch Streichertremoli zunehmend bedrohlicher wirken und schließlich wieder in die Stimmung des "Cabinetts" zurückführen. (Partiturauszug)

Die Entführung

"Nacht", die düstere Vorahnung eines Verbrechens bestimmt den Beginn der Szene wie auch der Musik. Ein dünner Klangteppich in hoher Geigenlage, durchbrochen durch akzentuierte Einwürfe des tieferen Registers, schürt die Vorahnung. Doch der Mord erfolgt nicht, die Schönheit von Franz' Verlobter, gekennzeichnet durch ein Flötenmotiv, lässt Cesare innehalten. Er packt sie und entführt sie. Die Musik bäumt sich auf und geht in ein stürmisches, rhythmisch akzentuiertes Verfolgungsthema über. (Partiturauszug)