Animato

"Animato" war ein Schülerprojekt im Rahmen einer Filmmusik AG. Sämtliches Bildmaterial wurde von Teilnehmern der AG gefilmt, geschnitten und vertont. Aufgrund eines fehlenden Drehbuchs entstand der Film aus zufälligen Aufnahmen und wurde entsprechend experimentell im Schnitt konzipiert. Von vier Abschnitten übernahm ich den letzteren: Rolltreppen, Flure und die U-Bahn stehen im Vordergrund. Für die Filmmusik entschied ich mich für eine kammermusikalische Besetzung. Die Musik ist durch Werke von Michael Nyman und Philip Glass angeregt und besteht hauptsächlich aus repetierenden Klang- und Rhythmuspattern über minimalistischen Melodien.
Produktionsjahr: Frühjahr 2003
Aufnahme & Mix: Michael Schubert
Aufnahmeort: Scoring Stage Berlin
Spielzeit: 20min.
Besetzung:
2 Celli (Alexandra Mix, Leonard Petersen) +Overdubs, Klavier (Jonas Lindner), Synthesizer, Samples
Szenenauswahl
Rolltreppen - Fahrstühle |
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Das Maschinelle der Bilder sowie deren eigenartige Dynamik ist vor allem im rhythmischen Element festgehalten. Ein konstanter Achtel-Rhythmus über minimalistischen Tonmotiven verdeutlicht das stetig fortschreitende Element, wogegen verschobene Akzente stetig versuchen die Maschinen aus ihrem regulären Trott zu bringen. Zudem werden die Fahrstuhlabschnitte durch ab- bzw. aufsteigende Linien verdeutlicht, welche sich aus parallel geführten Akkorden und Arpeggien des Klaviers zusammensetzen. (Partiturauszug) |
Lange Flure |
Die Dynamik der Bilder steigert sich zunehmend, die Geschwindigkeit nimmt zu. (Partiturauszug) |
U-Bahn |
Wie bei den vorigen Beispielen liegt auch der U-Bahn-Sequenz ein durchgehendes rhythmisches Motiv zugrunde. Darüber erklingt erstmalig eine klare Melodie, an dessen Stelle vorher nur kleine Motivpattern wiederholt wurden. Die Melodie ist im Gegensatz zum Rhythmus das einzige auf ein Ziel hinstrebende Element, welches jedoch erst beim zweiten Versuch in den letztendlichen Höhepunkt führt. Der Höhepunkt selbst greift verschiedene im Laufe des Stücks erklungene Motive (rhythmisch wie melodisch) auf und kombiniert diese in wuchtigen Klavier- und gedoppelten Celloklängen. Schließlich kollabiert die Motivcollage und wird durch den Synthesizer in den Schlussakkord gezwungen. (Partiturauszug) |